Der Mythos der 'chemischen Anziehung' ist kein Mythos. Er ist Biologie. Aber wie viel davon koennen wir tatsaechlich messen — und was sagen DNA-Tests wirklich aus?
HLA-Gene (Human Leukocyte Antigens) liegen auf Chromosom 6 und kodieren Proteine, die auf der Oberflaeche fast aller Koerperzellen sitzen. Diese Proteine praesentieren dem Immunsystem Peptidfragmente — ein Erkennungssystem fuer 'selbst' vs. 'fremd'.
Das HLA-System ist in drei Klassen aufgeteilt:
Die Variabilitaet im HLA-System ist enorm: Im Locus HLA-A gibt es ueber 7.000 bekannte Allele, in HLA-B ueber 9.000. Diese Vielfalt hat sich entwickelt, weil verschiedene HLA-Varianten verschiedene Krankheitserreger erkennen — und eine Bevoelkerung mit maximalem HLA-Repertoire ist resistenter gegen eine breite Palette von Pathogenen.
Ja, aber indirekt. HLA-Gene beeinflussen die Produktion von MHC-assozierten Geruchsstoffen (MUPs — Major Urinary Proteins bei Maeusen; beim Menschen sind aehnliche Mechanismen beschrieben). Diese Molekuele diffundieren durch Haut und Schweiss und sind theoretisch geruchswahrnehmbar.
In Experimenten koennen Probanden zwischen HLA-aehlichen und HLA-verschiedenen Geruchsproben unterscheiden — obwohl der Effekt stark von Aufmerksamkeit, Kontextbedingungen und individueller Variation abhaengt.
Auch wenn kommerzielle 'Liebeskompatibilitaets'-Tests fragwuerdig sind, hat HLA-Typisierung in der Medizin eine enorme Bedeutung:
'Koennte ich pruefen, ob mein Partner genetisch kompatibel ist?' — Ja, Sie koennen ein HLA-Profil erstellen lassen. Aber:
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