ImJahr 1995 bat derSchweizerBiologeClausWedekind 49Maenner, zweiNaechte lang dasselbeBaumwoll-T-Shirt zu tragen — ohneDeo, parfuemierteSeifen oder stark riechendeSpeisen.Dann liess er 44Frauen die gebrauchtenT-Shirts riechen und bewerten: welches rieche angenehm, welches unangenehm, welches koennten sie sich bei einemLiebespartner vorstellen.
DasErgebnis ueberraschte dieWissenschaft.DieFrauen bevorzugten konsistent dieT-Shirts vonMaennern, derenImmunsystem-Gene —HLA-Gene — sich von ihren eigenen unterschieden.Nicht aehnlich, sondern verschieden.DasImmunsystem derNase erkennt denPartner besser als dasAuge.
HLA steht fuerHumanLeukocyteAntigen.Das ist einKomplex vonGenen aufChromosom 6, der einen entscheidendenTeil desImmunsystems kodiert — insbesondere dieProteine, die fremde und eigeneMolekuele erkennen.Je vielfaeltigerIhrHLA-Repertoire, desto breiter diePalette vonKrankheitserregern, dieIhrImmunsystem erkennen kann.
HLA ist das am staerksten polymorphe (vielgestaltige)Gensystem beimMenschen.Es gibtTausende vonAllelen —Genvarianten — und jedeKombination ergibt einen leicht anderen chemischenGeruch.DieserGeruch ist das, was dasWedekind-Experiment tatsaechlich misst: nichtSchoenheit, nichtStatus, sondern genetischeKompatibilitaet auf molekularerEbene.
EvolutionaereLogik:WennHLA-verschiedenePartner sich verbinden, erhalten ihreKinder ein breiteresImmunspektrum.Das ist einVorteil.DieNatur hat einenWeg entwickelt, uns zu dieserKombination zu lenken — ueber denGeruch.
DasWedekind-Experiment ist eines der bekanntesten in derEvolutionspsychologie — und eines der am haeufigsten replizierten.Aber es hat auch wichtigeEinschraenkungen:
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