Fast jede Familie in Europa und darüber hinaus trägt eine ungeklärte Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg. Ein Großvater, der „nicht zurückgekommen ist." Ein Verwandter, der deportiert wurde. Ein Soldat, der als vermisst gemeldet wurde. Heute ist es realistischer denn je, Informationen zu finden — ein Großteil der relevanten Archive ist inzwischen online.
Das Arolsen Archives (arolsen-archives.org) — ehemals Internationaler Suchdienst (ITS) — ist das weltgrößte Archiv zur NS-Verfolgung und Zwangsarbeit. Es enthält über 30 Millionen Dokumente zu mehr als 17,5 Millionen Menschen und ist online durchsuchbar. Yad Vashem (yadvashem.org) pflegt die Zentrale Datenbank der Shoah-Opfer mit über 4,8 Millionen Einträgen. Das United States Holocaust Memorial Museum (ushmm.org) bietet umfangreiche durchsuchbare Datenbanken.
Deutschland. Militärarchiv im Bundesarchiv Freiburg: Personalakten, Verlustlisten, Kriegstagebücher. Die Deutsche Dienststelle (WASt) war für Auskünfte zu Kriegsgefangenen und Gefallenen zuständig. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (volksbund.de) hat eine durchsuchbare Datenbank zu Kriegsgräbern. Das Bundesarchiv-Abteilung Militärarchiv hält auch Unterlagen zur Wehrmacht.
Großbritannien. The National Archives, Kew: Militärakten. Commonwealth War Graves Commission (cwgc.org): 1,7 Millionen Commonwealth-Kriegsopfer, online durchsuchbar.
USA. NARA: Militärakten. Fold3.com: umfangreiche digitalisierte US-Militärunterlagen.
Frankreich. Service Historique de la Défense (SHD) in Vincennes: Personalakten der französischen Streitkräfte. Mémorial GenWeb: französische Kriegsdenkmäler und Verluste.
Polen. Institut für Nationales Gedenken (IPN, ipn.gov.pl): Dokumentation über polnische Opfer und Retter.
Die Arolsen Archives sind der Ausgangspunkt für alle, deren Vorfahren das NS-Verfolgungssystem durchlaufen haben. Die Sammlung umfasst Häftlingstransportlisten, Lagerbücher, Sterbebücher und Nachkriegskorrespondenz. Viele dieser Dokumente wurden erst vor kurzem für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Zivilstandsregister, die während des Krieges in besetzten oder umkämpften Gebieten geführt wurden, liegen heute in nationalen oder regionalen Archiven. Deutsche Standesamtunterlagen aus den besetzten Ostgebieten (Polen, Baltikum, Weißrussland, Ukraine) wurden zum Teil nach Deutschland zurückgebracht und befinden sich im Deutschen Zentralarchiv Zehlendorf (heute im Bundesarchiv) oder im Internationalen Suchdienst (ITS) Bad Arolsen. Polnische Standesämter haben in vielen Gemeinden überlebt und sind für den Suchdienst zugänglich. Unterlagen zu Todesopfern unter der Zivilbevölkerung wurden oft von lokalen Gemeinden, der Polizei oder Besatzungsbehörden geführt — und dann nach dem Krieg zusammengestellt. Für Frankreich, die Niederlande und Belgien sind die Zivilstandsregister der Kriegszeit in den jeweiligen nationalen Archiven erhalten. Für Griechenland, Jugoslawien und andere südosteuropäische Länder sind die Bestände fragmentierter.
Beginnen Sie mit dem, was Sie wissen: vollständiger Name, Land, ungefähres Geburtsjahr, Militärzweig oder Zivilstatus. Dann: Arolsen Archives für alle, die das NS-Verfolgungssystem durchlaufen haben; Bundesarchiv-Militärarchiv für deutsche Soldaten; CWGC für Commonwealth-Angehörige; Volksbund für deutsche Kriegsgräber; IPN für Polen.
Schließ dich Tausenden an, die bewusst eine Familie gründen.
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